Können E-Zigaretten explodieren?

Wir nehmen kein Blatt vor den Mund: Ja, solche Fälle gab es. Es ist kein Mythos. Uns sind ca. 10 Fälle bekannt, in denen das tatsächlich passiert ist.

 

Im gleichen Atemzug ist anzumerken, dass es mehrere Millionen verkaufter E-Zigaretten gibt, die ohne Probleme genutzt werden.

 

Allen Fällen gemein ist die Tatsache, dass es sich um selbst angefertigte Modifikationen ("Mods") handelte. Dabei haben die Personen die E-Zigaretten entweder selbst gebaut oder umgebaut, um sie nach ihren Anforderungen zu "verbessern" oder um Geld zu sparen. Hauptmotivation beim Modding ist die Verlängerung der Akkulaufzeit. Dies wurde fälschlicherweise durch Hintereinanderschaltung mehrerer Akkus durchgeführt, ohne notwendige Sicherheitsmechanismen (Ventil gegen Überdruck, Sollbruchstellen) zu ergreifen.

 

Wir raten generell von eigenen Umbauten / Zusammenbauten und Manipulationen an den Geräten ab. Es ist wichtig, dass die Technik - die man sich ja schließlich mehrmals täglich in den Mundraum steckt - einwandfrei und ordnungsgemäß funktioniert. Deshalb sollte auf jeden Fall immer zu Markenprodukten gegriffen werden, da hier die Qualitätssicherungsmaßnahmen besser sind und das gesamte Produkt auf einen sicheren Dauerbetrieb ausgelegt ist.

 

Sehr gute Produkte bieten eine Abschaltautomatik, die das Dampfen für ein paar Minuten unterbricht, falls die Verdampfer-Einheit zu stark benutzt wurde. Ebenso sollte eine Ladeautomatik im Aufladegerät enthalten sein, die aufhört, den Akku aufzuladen, sobald dieser vollständig gefüllt ist. Als essentielles Mittel gegen Explosionen ist darauf zu achten, dass ausschließlich protected LiIo-Akkus verbaut sind und dass das Gehäuse die Möglichkeit zur Ausgasung bietet; bei Markengeräten ist das immer der Fall.

 

Video-Analyse zur Explosionsgefahr von E-Zigarette

In diesem Video von PhilGood wird sehr gut über einen Fall und die Hintergründe berichtet. Weiter unten gibt es eine Zusammenfassung von uns.

Unsere Zusammenfassung der Aussagen von PhilGood:

  • Mini-Zigaretten und EGO's können nicht explodieren
  • In E-Zigaretten sind Lithium-Ionen-Akkus verbaut, die speziell geschützt sind. "Protected" Akkus haben einen Überladungs- und Tiefenentladungsschutz
  • Im schlimmsten (äußerst seltenen) Fall kann es zu einem chemischen Prozess kommen (Ausgasung) und der Akku wird sehr heiß, ohne zu explodieren!
  • Es gibt 8 dokumentierte und 7 undokumentierte Fälle von Explosionen. Es waren jeweils "Tube-Mods" mit Akkus, die in Reihe geschaltet wurden (um 6 Volt statt 3 Volt zu liefern). Die Akkus sind nicht "protected" gewesen.
  • Zur Explosion kommt es durch die sehr schnelle Ausgasung in den Tube. Wenn ein Mod keine Löcher hat, kann das Gas nicht entweichen. Jeder vernünftige Hersteller weiß das. Das Gas kann ausströmen und es kann nicht explodieren. Es kann im schlimmsten Fall sehr heiß werden und sogar zu einer kleinen Stichflamme kommen. Aber definitiv nicht zu einer Explosion.
  • Bei kleinen Geräten fliegt im Falle der Ausgasung vorne die LED-Kappe ab.
  • Zusammenfassung: Ausschließlich Tube-Mods aus Metall, die nicht ausgasen können haben eine Explosionsgefahr. Die Verwendung schwacher Akkus, die nicht "protected" sind und in Reihe geschaltet wurden, ist gefährlich. 
  • Renommierte Modelle verwenden ausschließlich protected Akkus und können ausgasen, so dass eine Explosion unmöglich ist.
  • Akkus sollten nicht 3 Tage am Ladegerät hängen. Wenn der Akku aufgeladen ist, sollte es vom Ladegerät abgezogen werden.

 

Quellen und Hintergrundinformationen

Der Fall des 57jährigen Amerikaners verursachte ein enormes Medienecho, auch in Deutschland. Hier ein paar Quellen für den interessierten Leser, die nicht ausschließlich einseitig berichten:

 

www.wiwo.de

 

"In dem vorliegenden Fall gehen wir von einer unsachgemäßen Nutzung der E-Zigarette aus... Es handele sich hierbei wahrscheinlich um einen Unfall mit einem „Mod". Dabei werden zwei kleine 3,0 Volt-Akkus hintereinander in einen Akkuträger gesteckt. Das Ziel: eine höhere Rauch-Leistung. „Das ist eine Bastelei"..."

 

www.web.de

 

"Der arme Kerl hatte einen modifizierten Akkuträger gehabt... In den Akkuträger hatte er sich 2 kleine 18350 Akkus in Reihe geschaltet, die den Anforderungen nicht gewachsen waren" (Leser-Kommentar)

 

"Da ist kein Serienprodukt explodiert, sondern ein Bastelgerät. Mit normalen E-Zigaretten kann das nicht passieren, aber der Fall wird aufgebauscht" (Leser-Kommentar)

 

 

www.stern.de

 

"...weshalb sich auch minderwertige Produkte auf dem Markt befänden..."  

 

 

www.welt.de

 

"...Laut Verband erster schwerer Unfall mit E-Zigarette ...noch habe man weder über den Hersteller noch das Alter der E-Zigarette Klarheit..."